Im Derby standen sich der SSV Traktor Nöbdenitz und die SG Schmölln gegenüber. Diese Begegnungen haben immer einen besonderen Reiz. Der Gastgeber begann sehr gut und setzte die Schmöllner unter Druck. Bereits in der 6. Minute köpfte Simon beim Rettungsversuch nach Flanke von rechts den Ball ins eigene Tor zum 1:0. Dieses Eigentor beflügelte aber besonders die Gäste, die nun spielbestimmend wurden. Mehrere Eckbälle hintereinander blieben ohne Erfolg, aber in der 16. Minute nahm Barylla genau Maß und erzielte mit platziertem Flachschuss den Ausgleich.

Kurz vorher kam Bergner nach Eingabe von rechts zum Kopfball, aber Philipsen reagierte hervorragend. Schmölln zeigte weiter das druckvollere Spiel. Einen Schuss konnte Schmidt reaktionsschnell parieren (24.), aber nach einem groben Deckungsfehler stand Simon völlig frei und brachte die Gäste mit 1:2 in Führung. Und es kam noch schlimmer für die Nemzer. Uhlig startete einen Sololauf kurz hinter der Mittellinie und ließ vier Nöbdenitzer schlecht aussehen – das 1:3 war die Folge (38.). Erst jetzt wurde der Gastgeber wieder aktiver und kam durch Kaiser mit schönem Kopfball zum Anschlusstreffer (45+1). Alle glaubten, dass dieser Anschlusstreffer zum richtigen Zeitpunkt fiel. Die Nemzer hatten das Spiel nun auch in der Hand, die Gäste standen aber sicher und verlegten sich auf Konter. Einen Freistoß von Kutschbach aus halbrechter Position sah den Schmöllner Torwart auf dem Posten, auch bei Zschögners schöner Einzelleistung blieb er Sieger (60./75.). Aber in der 77. Minute wäre er bei Zschögners Schuss machtlos gewesen, leider rollte der Ball am Tor vorbei. Eine weitere Chance auf den Ausgleich vergab Simon, als er in aussichtsreicher Lage nicht zum Kopfball kam. Bei einem Konter der Gäste reagierte Schmidt sehr gut und verhinderte einen weiteren Gegentreffer (82.). Als auch Suffa fünf Minuten vor Spielende den Ball nicht richtig traf und das Anrennen der Nemzer ohne Erfolg blieb, war die Heimniederlage perfekt. Bei einem zwar schnellen, aber spielerisch von beiden Seiten kaum überzeugenden Derby, gewann mit Schmölln die Mannschaft, die in der Abwehr weniger Fehler machte. Schiedsrichter Ronny Köhler verteilte in diesem Spiel, das nicht überhart geführt wurde, reichlich „Gelbe Karten“ (7 für Nöbdenitz/5 für Schmölln), damit wollte er wohl den fehlenden Sonnenschein ersetzen. Der ausgelassene Jubel bei den Schmöllnern war verständlich, die Nemzer sollten zu ihren bekannten Stärken zurück finden, dann gäbe es zum jubeln auch wieder einen Grund.

Jürgen Hübner
Zum Seitenanfang